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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bauern liefern keine Milch mehr



Mr.XaXa
29.05.2008, 14:02
Milch könnte bald knapp werden: Aus Protest gegen die Preispolitik der Molkereien haben die Bauern einen Lieferstopp beschlossen.

Aus Protest gegen die Preispolitik der Molkereien wollen deutsche Bauern von Dienstag an keine Milch mehr liefern. "Es bleibt uns nur noch die Möglichkeit, unsere Milch als Druckmittel einzusetzen. Milch ist Macht, und wir haben die Milch", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Milchbauern (BDM), Romuald Schaber, bei einer Protestkundgebung vor der Molkerei Weihenstephan in Freising.

An der Demonstration nahmen nach BDM-Angaben 9000 Bauern aus ganz Deutschland teil, die Polizei sprach von 7000 Demonstranten. "Durch den Preisverfall stehen wir mit dem Rücken zur Wand", sagte Schaber.

Die Bauern forderten die Molkereien auf, ihnen mindestens 40 Cent pro Liter Milch zu zahlen. Nach Angaben des BDM liegt der Milchpreis derzeit bei 27 Cent im Norden Deutschlands und 35 Cent im Süden.

In einer BDM-Befragung hätten 88 Prozent der deutschen Milchbauern sich zu einem Lieferstopp bereit erklärt. Durch die gestiegenen Energie- und Futterpreise wirtschafteten viele Milchbauern am Existenzminimum. "Um die Kosten voll zu decken, müssten wir den Liter Milch für mindestens 43 Cent an die Molkereien verkaufen", sagte Schaber. Den Verkaufspreis von 61 Cent pro Liter Milch nannte er einen "Skandal."

Er kritisierte Absprachen zwischen Molkereien und Handel und machte auch die Agrarpolitik der Europäischen Kommission dafür verantwortlich, die die EU-Milchquote angehoben hatte.

In Österreich koste der Liter Milch im Handel derzeit 79 Prozent, auch dieser Preis sei aber zu niedrig, sagte Ernst Halbmayr von der IG Milch, der österreichischen Partnerorganisation des BDM. "An dem Tag, an dem Deutschland nicht mehr liefert, schließen wir uns dem Lieferstopp an", sagte er.

Auch niederländische Bauern wollten die Protestaktion unterstützen und dächten darüber nach, die Milchlieferung einzustellen, sagte Sieta van Keimpema vom niederländischen Verband der Milchbauern.

QUELLE (http://www.sueddeutsche.de/bayern/artikel/175/176640/)

Richtig so, finde ich absolut in Ordnung!

DeathAngel
29.05.2008, 14:37
Hmm... ALso wenn die ja sooo arm sind und am Existenzminimum handeln... Wie können Sie dann 40 Cent fordern, wenn Sie mindestens 43 Cent verdienen "müssen"

Klingt schon bissl komisch...

Aber so arm wie Sie tun können die Bauern auch wieder nicht sein... Sitzen ja nicht gerade in kleinen 2 Zimmer Wohnungen rum sondern auf mehreren Hektar großen Landflächen mit riesigen Wohnhäusern...

vincentI
29.05.2008, 15:04
0 ahnung wa alex?
bauern haben ordentlich kapital, aber in form von land, und vor allem maschinen, die sie brauchen, unterm strich reichts vll gut zu leben, was aber wenn der bauer frau+kinder hat?!

DeathAngel
29.05.2008, 16:02
"unterm strich reichts vll gut zu leben"

ja also du sagst es doch selber es reicht ^^

Also die Bauern mit denen ich kurzzeitig aufgewachsen bin ging es so schlecht das Sie nur 3 E Klassen hatten, aber sich keine S leisten konnten...

vincentI
30.05.2008, 10:01
prima ausnahme, alleien lässt es sich vll gut leben, alleine kann man aber nicht so nen hof bestellen, also langts net.

Mr.XaXa
31.05.2008, 16:46
Am Freitag ist es so weit: Dann soll sich zeigen, ob der Molkereiboykott seine Spuren in den Supermärkten hinterlässt. Die Milchbauern malen bereits düstere Szenarien an die Wand. Einen Erfolg konnten sie bereits verbuchen - doch dabei ging es nicht um Frischmilch.

Der Boykott zeigt erste Auswirkungen bei der Käseherstellung. "Zwei Käsereien in Bayern haben die Produktion eingestellt", sagte Eckhard Heuser, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes (MIV) FTD-Online. "Dies geschieht, um die Milch umzuleiten." Die Molkereien stellen generell neben Frischmilch auch etliche länger haltbare Produkte wie Käse und Milchpulver her. Nun, da die Milch durch den Lieferstopp knapper wird, ist ein Ausweg der Molkereien: weniger Käse produzieren.

Die beiden betroffenen Betriebe in Bayern seien allerdings sehr klein, sagte Heuser. Sie produzieren zusammen 800 Tonnen Emmentaler im Jahr. Zum Vergleich: In Deutschland werden jährlich insgesamt 2,2 Millionen Tonnen Käse hergestellt. Die Verbraucher müssen keinen Emmentaler hamstern: "Der Emmentaler reicht in Deutschland für ein Jahr."

Auf seiner Website teilte der Initiator der Boykottaktion, der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) mit: "Die Molkerei Bayernland Emmentaler Käserei in Fürth hat die Verarbeitung eingestellt, die Restmengen werden nach Amberg geliefert." Auf Anfrage bestätigte die Bayernland-Zentrale in Nürnberg FTD-Online, die Produktion in jener Käserei stehe still. Wann sie wieder aufgenommen werden könne, sei unklar.

Eine weitere Erfolgsmeldung des BDM konnte dagegen nicht verifiziert werden: "Die Molkerei Alpenhain ist ab morgen trockengelegt", war dort zu lesen. Unklar blieb dabei, ob die Meldung am Mittwoch oder am Donnerstag auf die Website gestellt worden war. Auf Anfrage teilten die angeblich Trockengelegten mit: "Wir produzieren ganz normal weiter." Der BDM arbeite mit Falschmeldungen, um seine Bauern zu motivieren und Erfolge des Boykotts zu suggerieren, sagte Christian Hain, Geschäftsführer und Gesellschafter von Alpenhain. "Wir haben auch morgen nicht vor, die Arbeit ruhen zu lassen."

Die Milchindustrie schätze, dass bundesweit aufgrund des Boykotts täglich 20 bis 30 Prozent weniger Milch angeliefert werde als sonst, sagte MIV-Geschäftsführer Heuser. Das sieht der BDM anders: Am Mittwoch wurde der Verband mit Aussagen zitiert, bundesweit sei mehr als die Hälfte der üblichen Menge nicht angeliefert worden.

Preis auf dem Sportmarkt zieht an

Auf dem Spotmarkt sei der Milchpreis binnen einer Woche von 28 auf mehr als 40 Cent gestiegen, berichtete der Geschäftsführer von Apollo Milchprodukte, Uwe Kockerbeck, in Kleve. Allerdings sei nur etwa zehn Prozent der in Deutschland produzierten Milch überhaupt frei handelbar: Der Rest werde - im Rahmen langfristiger Verträge - von den Molkereien abgenommen. Zusätzliche Importe aus dem europäischen Ausland seien schwer zu organisieren. "Die Milch dort ist natürlich auch verplant, außerdem streiken neben den deutschen Bauern auch einige im Ausland", sagte Kockerbeck.

QUELLE (http://www.ftd.de/politik/deutschland/361630.html)

Mr.XaXa
04.06.2008, 09:34
Hier noch ein Link zum aktuellen Stand der Dinge:

http://www.sueddeutsche.de/,tt4m1/wirtschaft/artikel/452/177910/