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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Macht studieren dumm?



Mr.XaXa
25.04.2009, 11:10
[...]Der Bachelor und sein großer Bruder, der Master, sind die neuen, europaweit gültigen Studienabschlüsse, die bis Ende des Jahrzehnts die traditionellen Titel von Magister bis Diplom ablösen sollen – mit exakt vorgegebenen Studienplänen und »Credits« genannten Leistungspunkten, die als Belohnung für regelmäßige Semesterprüfungen das Hammerexamen am Ende ersetzen.

Ins selbe Horn wie Grottian bläst der Bamberger Soziologe Richard Münch, der zum vielleicht meistzitierten Kronzeugen der Feuilletons gegen die Ökonomisierung der Bildung aufgestiegen ist: »Anstatt ihrer Wissbegierde zu folgen, jagen die Studenten nur den Credits hinterher!« Die Leistungspunkte machten jedes außeruniversitäre Engagement wertlos, die Attraktivität von Vorlesungen messe sich nicht mehr am Erkenntnisgewinn, sondern am Punktewert. Und plötzlich erhält sogar eine Frage ihre Berechtigung, die zunächst nach einer billigen Pointe klingt: Macht Studieren dumm? Und wenn ja, was hat die »Bologna-Prozess« genannte Studienreform damit zu tun?[...]

QUELLE (http://www.zeit.de/2009/18/C-Tuebingen)

Was sind denn eure Erfahrungen dazu?

vincentI
25.04.2009, 12:55
Kumpel von mir schreibt gerade seine Bacherlor"arbeit" (-> Bereich Wirtschaftswissenschaften). Ich erzähl einfach mal wie sowas auszusehen hat und dann kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, was ich davon halte sollte dann wohl auch klar sein:
Er muss mindestens 20 Seiten schreiben. Zu jeder Seite müssen mindestens 3 Quellen verwendet werden. Es gibt eine Art Ranking bei den Quellen, sprich eingeteilt in sehr gut, gute, ... . Er darf im Prinzip keine eigene Meinung reinbringen, nichts vergleichen, es sei denn eine Quelle tut das. Sprich es ist eine ABM. Seine Stichpunkte, die vorher aufgestellt wurden abarbeiten indem man geeignete Quellen sucht, diese dann durchliest, den text verändert bzw. zitiert. Prost Mahlzeit!

Im Vergleich dazu aber mal das "gute" alte Diplom (-> Bereich Naturwissenschaften). Bin mittlerweile ernsthaft am Überlegen, ob ich nicht den Studiengang wechsle und mir irgend so nen Popel Bachelorstudiengang reinziehe. Ich hätte jetzt im Sommer mein grundstudium abgeschlossen, würde ich in einen anderen Studiengang wechseln und zwangsweise Bachelor dranhängen, wär ich vorher fertig! Würde ich dann noch spaßeshalber nen Master dranhängen währe ich ungefähr zeitgleich fertig wie wenn ich auf's Diplom hinarbeiten würde, mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass der Bachelorstudiengang im Vergleich echt poplig wär!

Wer gerade anfängt zu studieren, dme rate ich dringend davon ab einen der alten Studiengänge zu nehmen und lieber Bachelor/Master zu machen. Das zählt zwar nicht sooo viel, allerdings hat man deutlich weniger Scherereien:
Da das Diplom und co abgeschafft wird werden überall so genannte "Übergangsregelungen" in Kraft gesetzt, sprich die Studienordnungen werden von heute auf morgen geändert (ob man das darf ist fraglich, aber falls nicht werden Sonderregelungen erlassen), kein Schwein blickt mehr durch und die leidtragenden sind die Studenten, die nach alten Studienordnungen angefangen haben.

Beispielsweise in meinem Studiengang, die wo neu anfangen schreiben zwar umfangreichere Klausuren, allerdings deutlich weniger. Da ich eh das kleinste Bisschen Stoff aus ner Vorlesung lernen muss ist es mir in der Klausur scheißegal, ob ich 10 oder 20 Fragen hab. Lernen musste ich eh alles. usw ...

DeathAngel
25.04.2009, 14:47
Tja wir wollen halt nicht das unsere nicht deutschen Kollegen es zu schwer haben sich enn bachelor zu holen...

vincentI
25.04.2009, 15:33
Nein wir passen uns dem Ausland an. In USA gibbet ja nurnoch den Quark. Andrer Kumpel war ein Semester in Korea (Seoul), an einer der dortigen "Elite"-Unis. Normalerweise studiert er in Mannheim und meinte, dass das dort ein Witz wäre. 2 Tage auf ne Klausur gelernt und ne 1 geschrieben, in Deutschland unmöglich.

Mr.XaXa
25.04.2009, 16:23
20 Seiten für eine Arbeit? Das ist echt ein Witz ?( Da wird bei uns in der Schule ja schon genausoviel bzw. mehr erwartet. Da ist ja echt die größte Schwierigkeit, 3 Quellen pro Seite zu finden, RICHTIG zu zitieren und die eigene Meinung draussen zu halten. Das ist doch nur noch abschreiben ?(

Was ist ABM?

DeathAngel
25.04.2009, 20:26
ABM = Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ;)

Kurz um Langeweile tot schreiben ^^

Btw meine Abschlussarbeit waren glaub auch geforderte 20 Seiten, aber max schriftgröße 12 Arial oder 10 ? in Papier wie digitaler Form und nur ne bestimmte Anzahl an Bildern schließlich sollen die Bilder ja nciht mti Bildern überladen sein... Weiß aber nimmer genau ist ja schon paar Jahre her, aber da war die Dokumentation ja nur nen kleiner Teil der nochmal zusammenfasst was man mündlich präsentiert... und das ist recht weit weg von nem Uni abschluss ^^ und eh nur 20% von der Gesmatnote... Glaub ich... Weiß nimmer genau...

Mr.XaXa
25.04.2009, 20:54
Oje, natürlich ist das Arbeitsbeschaffungsmaßnahme...*seufz Hab wohl nicht mitgedacht als ich das gelesen hab ^^

Schriftgröße 12 ist die Norm, Überschriften 14/fett und Unterüberschriften 12/fett.

vincentI
26.04.2009, 11:54
Je nachdem was man in 20 Seiten packen muss kann das extrem hart sein! Es kein Problem ein Protokoll, in dem nur sehr sehr kurze Texte stehen, mit 100 Seiten abzugeben. Andersherum ist es oft schwierig so zu kürzen, dass man nicht mehr als die vorgegebene Seitenzahl hat.
Also es geht hier wirklich nicht um Seitenzaheln, sondern um das was drinzustehen hat.

DeathAngel
26.04.2009, 14:06
Schon klar ^^ Bei uns waren 20 Seiten relativ viel... Die meisten kamen nur sehr schwer hin, weil es einfach nciht so viel zu erklären gab zu den Abschlusspräsentationen ^^

Mr.XaXa
26.04.2009, 20:20
Naja, wir hatten in unserem Projekt 80 Seiten + Angang mit glaub 60 Seiten...